Färöer.html

 
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Føroyar (färöisch)

Færøerne (dänisch)
Färöer

Färöische Flagge
Wappen der Färöer
Flagge Wappen
Amtssprache Färöisch, Dänisch
Hauptstadt Tórshavn
Staatsform Parlamentarische Monarchie mit Selbstverwaltung. „Gleichberechtigte Nation“ innerhalb des Königreichs Dänemark
Staatsoberhaupt Königin von Dänemark
Margrethe II.
Regierungschef Kaj Leo Johannesen
Fläche 1395,74[1] km²
Einwohnerzahl 48.345 (1. Oktober 2007)
Bevölkerungsdichte 34,64 Einwohner pro km²
BIP 9.699 Mio. DKK (2003)
BIP/Einwohner 202.000 DKK (2003)
Währung Färöische Krone
entspricht der Dänischen Krone (DKK)
Unabhängigkeit Autonomie seit 1948
Nationalhymne Mítt alfagra land
Zeitzone UTC
Kfz-Kennzeichen FO (ehemals FR)
Internet-TLD .fo
Telefonvorwahl +298
FÆROARUM – Prima & accurata delineatio. Die älteste bekannte Färöerkarte hat Lucas Debes 1673 gezeichnet.

Färöer ˈfɛːrøər – umgangssprachlich auch Färöer-Inseln – (färöisch: Føroyar ˈfœɹjaɹ, dänisch: Færøerne ˈfɛːʀøʔəʀnə, deutsch: Schafsinseln) sind eine im Mittelalter entdeckte und besiedelte Inselgruppe im Nordatlantik zwischen den Britischen Inseln, Norwegen und Island. Mit Ausnahme von Lítla Dímun sind alle 18 Inseln permanent bewohnt.

Die Bewohner werden Färinger genannt (selten: „Färöer“). Sie sprechen die färöische Sprache, die aus dem Altnordischen stammt und mit Isländisch und Norwegisch verwandt ist. Die Färinger sehen sich als Nachfahren aus der Wikingerzeit auf den Färöern und als eigenständiges Volk, nicht als Dänen.

Die Färöer sind, wie Grönland, eine „gleichberechtigte Nation“ innerhalb des Königreichs Dänemark, bereits seit 1948 weitgehend autonom und haben mit dem Løgting eines der ältesten Parlamente der Welt. Zwei Abgeordnete werden regelmäßig ins dänische Folketing entsendet, außerdem sind sie mit zwei Delegierten im Nordischen Rat vertreten.

Die Färöer sind im Gegensatz zu Dänemark nicht Mitglied der Europäischen Union und gehören gemäß Art. 3 Abs. 1 ZK nicht zum Zollgebiet der Gemeinschaft. Zusammen mit Island bilden sie seit dem 1. November 2006 eine Wirtschaftsunion. Island, Grönland und die Färöer arbeiten bereits seit 1985/1997 im Westnordischen Rat zusammen.

Wichtigster Erwerbszweig der knapp 50.000 Färinger ist die Fischerei und die damit zusammenhängende Wirtschaft. Bis ins 19. Jahrhundert hinein war es die Landwirtschaft mit dem Export von färöischen Wollprodukten. Künftig hoffen die Menschen auf Erdöl unter dem Meeresboden, wobei die Probebohrungen seit Mitte der 90er Jahre allesamt erfolglos blieben.

Seit 2007 herrscht auf den Färöern Vollbeschäftigung. Mit derzeit 1,3 % haben die Färöer die niedrigste Arbeitslosenquote in Europa (außerhalb der EU).[2]

In der Ausgabe November/Dezember 2007 von National Geographic Traveler wurde eine Liste der besten Reiseziele der Welt in der Kategorie „Inseln“ veröffentlicht, die von über 500 Experten ausgewählt wurden. Die Färöer rangieren auf Platz 1, gefolgt von den Azoren und Lofoten.[3][4]

Inhaltsverzeichnis

Bearbeiten Geographie

Hauptartikel: Geologie und Geographie der Färöer

Die Vogelfelsen Vestmannabjørgini auf Streymoy sind bis zu 645 m hoch und eines der beliebtesten Ausflugziele für Bootstouren.

Die Färöer liegen auf 62° nördlicher Breite und 7° westlicher Länge im Nordatlantik zwischen Schottland (mit den Hebriden im Süden, den Shetland-Inseln und der Orkney im Südosten), Norwegen im Osten und Island im Nordwesten. Weiter nördlich befindet sich die norwegische Insel Jan Mayen im Polarmeer.

Die Färöer auf einem NASA-Foto
Färöer und Umgebung auf einem NASA-Foto

Der Archipel mit seinen 18 Inseln, 11 Holmen und 750 Schären (zusammen 779 Inseln, Holme und Schären) bildet eine Fläche von 1395,74 km²[1]. Die Färöer bilden ein südlich spitz zulaufendes Dreieck und sind von Enniberg im Norden bis Sumbiarsteinur im Süden 118 Kilometer lang, und von Mykineshólmur im Westen bis Fugloy im Osten 75 Kilometer breit. Die zerklüftete und oft senkrecht aus dem Meer ragende Küstenlinie erstreckt sich über 1.289 Kilometer. Die durchschnittliche Höhe beträgt 300 Meter über dem Meer. Bei klarer Sicht kann man die Inseln vom höchsten Berg Slættaratindur (882 m) komplett überblicken. Mit Kap Enniberg besitzen die Färöer das höchste Kliff der Welt (754 m), das senkrecht aus dem Meer ragt. Es gibt auf der Erde zwar noch einige höhere Vorgebirge, aber diese sind nicht lotrecht.

Kein Punkt auf den Färöern ist mehr als 5 Kilometer vom Meer entfernt. Fast alle Orte der Färöer liegen an geschützten natürlichen Häfen, in Fjorden und Buchten. Die Fjorde sind gleichzeitig Verhängnis für die Grindwale, siehe: Grindadráp. In Tälern und auf Hochebenen ist es oft sumpfig, und das Land ist durchzogen mit vielen kleinen und größeren Bächen, die häufig als Wasserfall zu Tal oder direkt ins Meer stürzen.

Bearbeiten Regionen

Allgemein wird zwischen sechs geographischen Regionen unterschieden. Diese sind identisch mit den so genannten sýslur (Syssel), die allerdings keine politischen Gebietskörperschaften darstellen, sondern heute nur noch die (dänischen) Polizeikreise markieren, denen jeweils ein Sýslumaður (Sysselmann) als Polizeichef vorsteht.

  1. Norðoya sýsla: Die zerklüftetsten Landschaften und meisten der höchsten Berge finden sich auf den sechs Nordinseln im Nordosten. Das sind: Kalsoy, Kunoy, Borðoy, Viðoy, Svínoy und Fugloy ganz im Osten der Färöer. Die Nordinseln-Metropole Klaksvík auf Borðoy ist die zweitgrößte Stadt und wichtigster Standort der Fischindustrie. Viðareiði auf Viðoy ist der nördlichste Ort des Landes mitten in einer einzigartigen Landschaft.
  2. Eysturoyar sýsla: Westlich der Nordinseln schließt sich Eysturoy als zweitgrößte Insel des Archipels an. Mit Streymoy zusammen bildet sie das Zentrum der Färöer. Das Ballungsgebiet um Runavík ist dort die größte urbane Siedlung, gefolgt von Fuglafjørður. Für ihre landschaftlichen Reize bekannt sind die beiden nördlichen Orte Eiði und Gjógv.
  3. Streymoyar sýsla: Die größte Insel Streymoy ist zugleich die bevölkerungsreichste mit der Hauptstadt Tórshavn als administrativem und kulturellem Zentrum und dem wichtigsten Seehafen des Landes. Die Stadt Vestmanna an der Westküste der Insel ist bekannt für die imposanten Vogelfelsen (Vestmannabjørgini) weiter nördlich. Saksun und Tjørnuvík im Norden sind ebensolche Anziehungspunkte wie Kirkjubøur im Süden. Zur Region der Hauptinsel zählen die vorgelagerten Inseln Nólsoy im Osten, und Hestur und Koltur im Westen.
  4. Vága sýsla: Westlich von Streymoy befindet sich Vágar mit dem einzigen Flughafen und dem weiter westlich vorgelagerten Vogelparadies auf der einsamen Insel Mykines, die den westlichen Außenposten des Archipels bildet.
  5. Sandoyar sýsla: Südlich von Streymoy liegt Sandoy, die ihren Namen von den relativ seltenen Sandstränden hierzulande hat. Zu dieser Region zählen die kleinen Eilande Skúvoy und Groß-Dimun.
  6. Suðuroyar sýsla: Suðuroy schließlich bildet die drittgrößte Insel des Archipels und gleichzeitig den südlichsten Teil des Landes. Hierzu wird geographisch Klein-Dimun gezählt. Die Städte Tvøroyri und Vágur sind dort die regionalen Zentren. Sumba ist die südlichste Gemeinde der Färöer. Die spektakuläre Westküste auf dem Landweg dorthin ist besonders leicht zugänglich.

Siehe auch: Liste färöischer Inseln, Liste der Kommunen auf den Färöern, Städte der Färöer, Glossar der färöischen geographischen Namen

Bearbeiten Geologie

Die Färöer sind vulkanischen Ursprungs und im Tertiär entstanden. Sie sind etwa 60 Millionen Jahre alt (dreimal so alt wie Island). Die einzige Thermalquelle Varmakelda erinnert an diese Zeit. Die Inseln bestehen aus Basalt, der sich in charakteristischen Stufen mit weicheren Tuffschichten abwechselt. Zwischen der Entstehung der unteren und der mittleren Basaltschicht gab es eine lange Pause, in der sich eine reiche Vegetation ansiedelte. Dann brach die vulkanische Tätigkeit erneut aus und vernichtete diese Flora. Bei Hvalba gibt es Steinkohlevorkommen, die von diesem prähistorischen Wald zeugen. Bei Tvøroyri und auf Mykines gibt es interessante Säulenbasalte.

Während der Eiszeiten im Quartär waren die Färöer ganz von schweren Gletschern bedeckt, was zur heutigen Ausformung der Inseln mit ihren Fjorden, Sunden und Tälern führte.

Bearbeiten Wetter und Klima

Klimadiagramm von Tórshavn
Tórshavn 1961-1990[5] Jan Feb Mar Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Jahr
Sonnenstunden 14 36 71 107 124 125 111 97 79 48 20 7 840
Tagestemperatur (°C) 5,3 5,5 5,9 7,2 9,2 11,4 12,6 12,8 11,2 9,3 6,6 5,8 8,6
Durchschnittstemperatur (°C) 3,4 3,6 3,8 5,0 7,0 9,1 10,3 10,5 9,1 7,4 4,6 3,7 6,5
Nachttemperatur (°C) 1,2 1,5 1,5 2,7 4,9 7,1 8,4 8,5 7,0 5,4 2,6 1,6 4,4
Niederschlag (mm) 133 95 132 88 70 61 70 83 128 155 127 142 1284
Niederschlagstage 22 17 21 16 12 12 13 13 18 22 21 22 209
Wassertemperatur (°C)[6] 5,6 5,4 5,5 6,3 7,5 9,1 10,1 10,6 10,0 8,8 7,5 6,3 7,7

Das Wetter auf den Färöern ist maritim, feucht und äußerst wechselhaft. Das bedeutet, dass am selben Tag strahlender Sonnenschein und dichtester Nebel aufeinander folgen können und dass das Wetter an verschiedenen Orten auf dem Archipel völlig unterschiedlich sein kann.

Bedingt durch die Lage am Golfstrom herrschen auf den Färöern angesichts der geographischen Breite vergleichsweise milde Temperaturen. Die Durchschnittstemperatur im Sommer beträgt 11 °C, im Winter 3 °C. Die Häfen sind ganzjährig eisfrei und im Winter bleibt gelegentlicher Schnee in den bewohnten niederen Lagen nicht lange liegen.

Die Luft ist meist klar, und es herrscht oft ein frischer Wind (meist aus Südwest). Auf Sturm und Regen muss man eingestellt sein, doch es gibt selten komplett verregnete Tage.

Bearbeiten Vegetation

Die offizielle Nationalblume der Färöer ist die Sólja (einheimischer Name für die SumpfdotterblumeCaltha palustris)
Alchemilla faeroënsis, der Färöische Frauenmantel

Auf den Färöern gibt es hunderte wilde Pflanzenarten: Blütenpflanzen, Flechten, Moose und Pilze. Bäume hingegen kommen von Natur aus nicht vor.

Es wird angenommen, dass nur wenige arktische Pflanzenarten auf den Berggipfeln die Eiszeit überdauert haben. Im Wesentlichen fand die Neukolonisation der Färöer durch Pflanzen dann von Schottland und Norwegen aus statt.

Bearbeiten Blütenpflanzen

Im Sommer erblühen an vielen Stellen verschiedene wilde Pflanzenarten, die den ansonsten mit Gras bewachsenen Inseln einen unübersehbaren Farbtupfer geben. Nationalblume ist die gelb blühende (Mýru) Sólja, die Sumpfdotterblume (Caltha palustris). Mit der Føroyaskøra, dem Färöischen Frauenmantel (Alchemilla faeroënsis) haben die Inseln einer Pflanzenart ihren Namen gegeben.

Bearbeiten Bäume

Die Kohleschichten auf Suðuroy unter den jüngsten Basaltschichten deuten an, dass es hier früher Wald gegeben hat. Die Färöer sind heute mit ganz wenigen Ausnahmen (Tórshavner Stadtpark und wenige Gärten) baumlos und überall dort mit Gras bewachsen, wo es die Berge zulassen. Dadurch, dass es keinen Wald auf den Färöern gibt, ist Holz ein begehrter Importartikel. Geheizt wurde früher mit Torf, denn das Treibholz war knapp und wurde für den Haus- und Bootsbau benötigt.

Bearbeiten Kulturpflanzen

Der Anbau von Pflanzen beschränkt sich auf Getreide, Heu, Kartoffeln (seit Anfang des 18. Jahrhunderts), Rhabarber (der färöische Rhabarber hat keine Oxalsäure), und einige Gemüsesorten in Gewächshäusern. Obst muss meist importiert werden und ist entsprechend teuer.

Bearbeiten Tierwelt

Durch die isolierte Insellage - die nächste kontinentale Küste ist 500 km weiter östlich in Norwegen - kommen bestimmte Tierarten auf den Färöern von Natur aus nicht vor: Reptilien, Kröten, Süßwasserfische und Säugetiere; letztere mit zwei Ausnahmen: Die einheimische Kegelrobbe und der sich in die Fjorde verirrende Grindwal. Andere Wale in den färöischen Gewässern meiden diese Fjorde, wie zum Beispiel der Orca.

Mit der färöischen Hörnchenschnecke (Polycera faeroensis – färöisch: Bertákna) haben die Färöer auch einer Spezies unter den Meerestieren ihren Namen gegeben.

Berühmt ist die färöische Vogelwelt mit ihren dutzenden Brutvögelarten (siehe dort). Der Nationalvogel ist der Austernfischer (Tjaldur). Sehr häufige Seevögel sind der Eissturmvogel (600.000 Brutpaare), der Papageitaucher (350.000), die Sturmschwalbe (250.000), die Dreizehenmöwe (230.000), die Trottellumme (175.000). Der Star bildet hier die Unterart Sturnus vulgaris faroensis und ist größer als alle anderen Stare. Seltene Vögel wie der Riesenalk und der Weißbunte Rabe sind ausgestorben, wobei es Letzteren nur auf den Färöern gab.

Erst der Mensch brachte Haustiere wie Schafe, Rinder, Pferde (das Färöerpony ist eine eigenständige Rasse), Hunde und Katzen mit. Die Schafe produzieren hier besonders viel Lanolin, das ihre Wolle wasserresistent macht. Es wurden auch Süßwasserfische wie Forellen und Lachse in den Seen ausgesetzt. Daneben gibt es eine wilde Vermehrung von Hasen, Ratten und Mäusen.

Auf den Färöern bleibt man von der Stechmücke verschont, die es hier nicht gibt, aber man muss auch auf einheimischen Bienenhonig verzichten, da dieses Insekt hier auch nicht existiert. Neu (Ende der 1990er eingeschleppt) ist auf den Färöern auch die Wespe. Vermutlich wurden die Wespen mit Schiffen vom europäischen Kontinent auf die Insel gebracht, als Baumaterial für das neue Fußballstadion geliefert wurde. Es wird erzählt, dass die damit unerfahrenen Insulaner allgemeine Angst vor den Wespen entwickelten. Das selbe Phänomen tauchte gleichzeitig in Island auf. Dominant ist unter den Insekten der Färöer die Motte Hepialus humuli, die seit 2004 auch den neuen 200-Kronen-Schein ziert.

Bearbeiten Bevölkerung

Färinger in färöischer Tracht.
Färinger tragen ihre Trachten wieder vermehrt. Heutzutage trägt sie fast jeder Abiturient bei der Abschlussfeier (hier mit der typischen „Studentenmütze“).
Der Ort Kvívík um 1900
Während die Westküsten der Inseln oft steil und unzugänglich sind, fällt das Land nach Osten hin flach ab, dort in den Buchten wohnen die meisten Färinger. Blick vom Kliff Beinisvørð nach Norden.

Von den rund 48.000 Einwohnern der Färöer (verteilt auf 17.251 Privathaushalte 2006 [7]) sind 98 % Reichsbürger, also Färinger, Dänen oder Grönländer. Vom Geburtsort her kann man folgende Herkunft der Einwohner ableiten: Auf den Färöern geboren sind 91,7 %, in Dänemark 5,8 %, und in Grönland 0,3 %. Zusammen mit einigen eingebürgerten Menschen stellen diese drei Gruppen die Reichsbürger.

Größte Gruppe an Ausländern sind die Isländer mit 0,4 %, gefolgt von Norwegern und Polen mit jeweils 0,2 %. Insgesamt leben auf den Färöern Menschen aus 77 verschiedenen Ländern der Erde.

Von diesen Zahlen auf die färöischen Muttersprachler zu schließen, ist aus zwei Gründen nicht möglich: Erstens leben sehr viele färöische Muttersprachler in Dänemark, und nicht wenige sind dort geboren und kehren im Laufe des Lebens mit ihren Eltern oder als Erwachsene zurück. Zweitens gibt es alteingesessene dänische Familien auf den Färöern, die zuhause Dänisch sprechen.

Genetische Untersuchungen haben ergeben, dass 80 % der männlichen Gene skandinavischen (norwegischen) Ursprungs sind und 20 % britischer Herkunft. Bei den Frauen ist dieses Verhältnis genau umgekehrt. Zu 90 % stammen ihre Gene von den Kelten, und nur zu 10 % von den Wikingern.[8]

Bearbeiten Bevölkerungsentwicklung

Lebten die ersten Einwohner der Färöer, irische Mönche, als kleine Einsiedlergruppen, so entstand durch die Landnahme der Wikinger eine nennenswerte Population, die sich bei etwa 4.000 Einwohnern einpendelte und bis ins 18. Jahrhundert hinein nie die Zahl von 5.000 überstieg. Um 1349/50 starb etwa die Hälfte der Bevölkerung an der Pest. Eine weitere Einwanderungswelle aus Skandinavien konnte diesen Bevölkerungsschwund allmählich wieder ausgleichen. Erst mit dem Aufkommen der Hochseefischerei (und damit der Unabhängigkeit von der schwierigen Landwirtschaft) und dem allgemeinen Fortschritt im Gesundheitswesen, fand ein rasantes Bevölkerungswachstum auf den Färöern statt. Ab Ende des 18. Jahrhunderts verzehnfachte sich die Bevölkerung innerhalb von 200 Jahren. Anfang der 1990er kam es zu einer schweren Wirtschaftskrise mit spürbarer Auswanderung, die sich aber in den Folgejahren wieder zu einer Nettozuwanderung umkehrte.

Die Färöer sind eines der wenigen Länder der Erde in denen es mehr männliche als weibliche Bewohner gibt. 52 % männlichen Einwohnern stehen 48 % weibliche gegenüber (1. Januar 2007). In der Altersgruppe der 20-39-Jährigen beträgt der Unterschied 11 %. Dies ist vor allem auf die Beschäftigungssituation für junge Frauen zurückzuführen.[9]

Färingerinnen bekommen durchschnittlich 2,6 Kinder im Leben. Das ist die höchste Geburtenrate der Nordischen Länder. Gleichzeitig gibt es hier die wenigsten Scheidungen, die wenigsten Selbstmorde und die wenigsten Abtreibungen.[8] Das Bevölkerungswachstum beträgt -0,1 % (Stand: 2007).

Jahr Einwohner
1327 ca. 4.000
1350 ca. 2.000
1769 4.773
1801 5.255
1834 6.928
1840 7.314
1845 7.782
1850 8.137
1855 8.651
1880 11.220
Jahr Einwohner
1900 15.230
1911 ca. 18.800
1925 22.835
1950 31.781
1970 ca. 38.000
1975 40.441
1985 45.749
31. Dezember 1989 47.787
31. Dezember 1995 43.358
31. Dezember 1996 43.784
Jahr Einwohner
1. Januar 1998 44.235
1. Januar 1999 44.772
1. Januar 2000 45.353
1. Januar 2001 46.144
1. Januar 2002 46.961
1. Januar 2003 47.668
1. Januar 2004 48.178
1. Januar 2005 48.337
1. Januar 2006 48.183
1. Januar 2007 48.350

Bearbeiten Religion

Hauptartikel: Färöische Volkskirche und Färöische Holzkirchen

Die neue Kirche in Gøta wurde von Königin Margrethe eingeweiht.

Die Färöer wurden ab 999 durch Sigmundur Brestisson christianisiert. Schon vorher lebten dort irische Mönche als Einsiedler. Nahezu alle Färinger sind Christen. 84 % sind Angehörige der evangelisch-lutherischen Staatskirche. Ungefähr 7-10 % sind Mitglieder der durch das Wirken des Erweckungspredigers William Gibson Sloan entstandenen Brüdergemeinden.

Circa 5 % gehören anderen christlichen Kirchen an: Neben den Pfingstlern mit ihren sieben Kirchen sind die Adventisten zu nennen, die in Tórshavn eine relativ große allgemeinbildende private Schule betreiben, und die etwa 90 Zeugen Jehovas in vier Versammlungen. Die katholische Kirche auf den Färöern zählt heute rund 130 Mitglieder. Ihre alte Franziskanerinnen-Schule wird inzwischen wieder von der Kommune Tórshavn betrieben.

Es gibt darüber hinaus ca. 15 Bahai, die sich an vier verschiedenen Orten treffen.

Die bekanntesten Kirchenbauten sind unter anderem die Olavskirche und die unvollendete Magnuskathedrale in Kirkjubøur, die Tórshavner Domkirche, St. Marien (katholische Kirche in Tórshavn), die Christianskirkjan in Klaksvík, die Kirche von Fámjin, die achteckige Kirche in Haldarsvík und nicht zuletzt die beiden hier abgebildeten.

Die Bibelübersetzungen auf Färöisch erschienen 1948 (Victor Danielsen, Brüdergemeinden) und 1961 (Jacob Dahl und Kristian Osvald Viderø, Staatskirche).

Zum seit 1992 wieder geltenden patro- und metronymischen Namensrecht siehe auch: Färöische Personennamen

Bearbeiten Sprache

Die aus dem Altnordischen stammende färöische Sprache ist eine der kleinsten germanischen Sprachen. Sie ist am ehesten für Sprecher des Isländischen und westnorwegischer Dialekte verständlich. Ihr nächster Verwandter war das ausgestorbene Norn der Shetlandinseln.

Sie wurde durch die Reformation um 1540 vom Dänischen in allen offiziellen Bereichen verdrängt und über Jahrhunderte nur mündlich weiter gegeben in Form der unzähligen färöischen Balladen. Pioniere wie Jens Christian Svabo und Johan Henrik Schrøter sorgten Ende des 18. Anfang des 19. Jahrhunderts für die erste Verschriftlichung ihrer Sprache. V. U. Hammershaimb und Jakob Jakobsen formten die heutige Orthographie. Das Färöische konnte sich in Folge des Sprachenstreits im 20. Jahrhundert als Hauptsprache in allen Bereichen durchsetzen, sodass Dänisch heute nur noch den Charakter einer amtlichen Verkehrssprache hat. Beispielsweise müssen färöische Gesetze immer auch auf Dänisch übersetzt werden.

Schilder und Durchsagen sind grundsätzlich auf Färöisch, und wenn eine zweite Sprache hinzugezogen wird, ist es Englisch, nicht Dänisch. Norwegisch, Schwedisch und Isländisch werden von den meisten Färingern verstanden. Wichtigste weitere Fremdsprachen sind Deutsch und Französisch.

Die von Jóhan Hendrik Winther Poulsen geprägte färöische Sprachpolitik sorgt für eine aktive Neuschöpfung von Begriffen des modernen Lebens. Sie ist ähnlich puristisch wie die auf Island und vermeidet Fremdwörter und Anglizismen.

Neben den rund 45.000 ethnischen Färingern auf den Färöern selber gibt es mindestens 15.000 weitere Muttersprachler, zumeist in Dänemark. Seit 1998 gibt es mit dem Føroysk orðabók das erste muttersprachliche Wörterbuch. An der Universität der Färöer kann Färöisch studiert werden.

Bearbeiten Weiteres

Das färöische Wetter dominiert die gesamte Lebenshaltung des Inselvolkes. Wegen der ständigen Wetterwechsel tragen die Färöer den Beinamen Das Land von kanska (= vielleicht), den ihnen die britischen Soldaten im Zweiten Weltkrieg gaben: Islands of Maybe (→ Norgate, Literaturhinweise unten). Es regnet häufig und es gibt viel Nebel, der die Feuchtigkeit für das satte Grün der Gräser liefert, es ist aber kaum ein Tag komplett verregnet.

Färinger sind bekannt für ihre Liebe zum eigenen Auto. Ein Sprichwort über die eigenen Landsleute lautet heute daher:

Wozu braucht er noch einen Regenmantel? Er hat doch ein Auto!

Die Färöer haben die wenigsten Gefängnisinsassen pro Kopf auf der Welt, wie eine internationale Untersuchung 2007 ergab. Auf 100.000 Einwohner kommen hier nur 15 Gefangene (umgerechnet auf 48.000 Einwohner ergibt das ca. 7).[10]

2006 kamen die Färöer in internationale Negativschlagzeilen durch die zum Teil offene Diskriminierung von Homosexuellen. Junge Schwule und Lesben sehen sich bis heute oftmals genötigt, ins liberalere Mutterland Dänemark überzusiedeln, da es ihnen auf den Inseln nicht möglich ist, akzeptiert ihre Neigung auszuleben und entsprechende Lebensbeziehungen ohne offene Ablehnung durch die Mehrheit der Bevölkerung zu gründen.

Bearbeiten Geschichte

Hauptartikel: Geschichte der Färöer

Der Baglhólmur soll einst von irischen Mönchen bewohnt worden sein.
Nach 1000 Jahren: Friedhofsgärtner pflegen die Grabstätte des Sigmundur auf Skúvoy.
Anfangsinitial des Schafsbriefs im wertvollen Lundabók von 1310, das seit dem 18. Jh. in der Universitätsbibliothek zu Lund in Schweden aufbewahrt ist (daher der Name).

Bearbeiten Irische Mönche

Die Färöer wurden wahrscheinlich um 625 von irischen Mönchen betreten und vom Ort Sumba ausgehend besiedelt. Archäologische Zeugnisse gibt es auch in der unmittelbaren Umgebung bei Akraberg, Víkarbyrgi und etwas weiter nördlich in Porkeri. Unter anderem konnte anhand botanischer Untersuchungen auf Mykines nachgewiesen werden, dass der Hafer seit dieser Zeit dort kultiviert wird. Hierbei muss es sich aber um vergleichsweise kleine Einsiedlergruppen gehandelt haben.

Bearbeiten Wikinger-Landnahme

Hauptartikel: Wikingerzeit auf den Färöern (bis 1005)

Dem Wikinger-Erbe verpflichtet: Typische Drachenkopf-Verzierung an einem färöischen Ruderboot, dem traditionsreichen „Havnarbáturin“ (Tórshavn-Zehner)

Die Haupteinwanderung trat im 9. Jahrhundert durch die Wikinger ein, die von Norwegen aus gen Westen zogen. Gemäß der Färingersaga hieß der erste Siedler Grímur Kamban. Er soll in Funningur gewohnt haben. Es gab zwei große Einwanderungswellen während der nordischen Landnahme: etwa 820–860 kamen Flüchtlinge aus Norwegen, etwa 880–900 dann Wikinger aus Irland und Schottland. Ein isländischer Witz über die Färinger (die ihn aber auch selbstironisch gegenüber Fremden erzählen) sagt:

Das sind die Nachfahren derjenigen, die auf dem Weg nach Island seekrank wurden.

Und in der Tat: Island und die Färöer wurden zur gleichen Zeit besiedelt, wobei die Färöer auf der Strecke nach Island liegen. Hingegen können Färinger damit kontern, dass der Nordmann Naddoddur Island nur durch Zufall entdeckte, weil er den Weg zu den Färöern verfehlte, wo er eigentlich hinwollte.

Bearbeiten Christianisierung

Hauptartikel: Christianisierung der Färöer

Nachdem sich der norwegische König Olav Tryggvason 994 beim englischen König Aethelred taufen ließ und im Jahr darauf Norwegen missionierte, lud er den angesehenen färöischen Häuptling Sigmundur Brestisson zu sich ein, der dann bekehrt im Jahr 999 auf den Färöern für die Annahme des Christentums durch das färöische Thing, das heutige Løgting, sorgte. Sein Grabstein auf Skúvoy gehört zu den wichtigsten Denkmälern des Archipels aus jener Zeit. Der Nachfolger Olavs, Olav II. Haraldsson von Norwegen, konnte das Christentum in Norwegen und auch auf den Färöern und in Island endgültig durchsetzen. Dafür wird er von den Insulanern heute noch an seinem Todestag, der Ólavsøka, verehrt.

Ab 1035 gehörte der Archipel politisch zu Norwegen, konnte sich aber durch die Entfernung zur Zentralmacht ein hohes Maß an Eigenständigkeit erhalten. In der Folge etablierten sich die katholischen Bischöfe in Kirkjubøur, wo sich weitere Kulturdenkmäler wie der Magnusdom (um 1300) befinden, der auf der Antragsliste zum UNESCO-Weltkulturerbe steht. 1298 erhielten die Färöer durch den Schafsbrief des norwegischen Königs ihr „Grundgesetz“, das in Teilen der Außenmarktbewirtschaftung bis heute gültig ist. (siehe dort mehr Details zur mittelalterlichen Geschichte der Färöer)

Ältestes bekanntes Schafs-Siegel von 1533

1380 gelangten die Färöer im Zuge der Personalunion Dänemarks mit Norwegen unter die dänisch-norwegische Krone. Königin Margarethe I. schaffte es, ganz Skandinavien in ihrem Großreich zu einen. Siehe auch: Kalmarer Union.

Bearbeiten Reformation

Hauptartikel: Gabelzeit und Monopolhandel über die Färöer

1538 erreichte die Reformation die Inseln. Dadurch wurde die Vorherrschaft der dänischen Sprache verewigt. Der Sohn des ersten lutherischen Propstes Heini Havreki war der Seeheld Magnus Heinason, der 1589 in Kopenhagen wegen des Vorwurfs der Piraterie geköpft wurde und seitdem von vielen Färingern als Nationalheld verehrt wird. Als dunkelste Periode für die Färöer erwies sich die Gabelzeit im 17. Jahrhundert. An diesem Status änderte sich auch 1814 nach dem Frieden von Kiel nichts, in dessen Folge die dänisch-norwegische Personalunion aufgelöst wurde und Norwegen einer Personalunion mit Schweden beitreten musste, aber die Färöer zusammen mit Island und Grönland bei Dänemark blieben.

Bearbeiten Nationale Erweckung

Sprachforscher, Theologe und Politiker im 19. Jahrhundert: V. U. Hammershaimb

Hauptartikel: Weihnachtstreffen der Färöer 1888 und Färöischer Sprachstreit

Ab 1846 entstand durch das Wirken des Sprachforschers V. U. Hammershaimb die neufäröische Schriftsprache auf etymologischer Grundlage. Bis dahin wurde das Färöische mündlich in den eigenen Balladen überliefert. Hammershaimb und seine Nachfolger begründeten die färöische Literatur und erschlossen alte Sprachdenkmäler.

Nachdem sich bereits Anfang des 19. Jahrhunderts der Nationalheld Nólsoyar Páll aufgelehnt hatte, wurde 1856 das königlich dänische Handelsmonopol über die Färöer aufgehoben. Auf dem Weihnachtstreffen der Färöer 1888 konstituierte sich die Nationalbewegung im Kampf um die eigene Sprache und nationale Unabhängigkeit. Zunächst war die Nationalbewegung eher kulturell ausgerichtet, aber nach der Gründung der ersten färöischen politischen Parteien 1906 und mit dem Sprachstreit von 1909 bis 1938 wurde sie politisch.

Bearbeiten Zweiter Weltkrieg und Autonomie

Großbritannien besetzte die Färöer im Zweiten Weltkrieg und bezog sein Hauptquartier in der alten Festung Skansin.

Hauptartikel: Färöer im Zweiten Weltkrieg

Im Zweiten Weltkrieg wurden die Färöer aus taktischen Gründen am 12. April 1940 von Großbritannien besetzt, um Deutschland zuvorzukommen. Die Briten bauten nicht nur den Flughafen Vágar, sondern sie weiteten auch die Selbstverwaltung des Løgtings aus, so dass die Färinger 1946 zur Überwindung der Verfassungskrise eine Volksabstimmung über ihre volle Souveränität durchführten und sich bei einer Wahlbeteiligung von 66,4 % mit knapper Mehrheit (48,7 % zu 47,2 %) für eine staatliche Unabhängigkeit aussprachen. Dänemark verweigerte die Anerkennung dieses Abstimmungsergebnisses, stimmt aber der Aufnahme von Verhandlungen zu, so dass die Inseln seit dem Autonomiegesetz von 1948 eine weitgehende politische Selbständigkeit genießen.

Als Dänemark 1972 der Europäischen Gemeinschaft beitrat, vollzogen die Färöer diesen Schritt nicht mit. Die Inselgruppe gehört folgerichtig nicht zur europäischen Union.

Bearbeiten Politik und Staatliche Einrichtungen

Bearbeiten Politik

Die aktuelle Landesregierung der Färöer wurde am 2. Februar 2008 gebildet und besteht aus Sozialdemokraten, Republikanern und Christdemokraten. Diese „linke“ Koalition strebt eine Volksabstimmung zum Grundgesetz der Färöer 2010 an[11]. Ob die Färöer dann ein selbständiger Staat werden, ist noch ungewiss.

Tinganes, die Halbinsel in der Hauptstadt Tórshavn. Hier wird seit über 1000 Jahren Landespolitik gemacht.
Eigene Briefmarken seit 1976. Diese hier wurde vom Künstler Zacharias Heinesen gestaltet und zeigt die Flagge der Färöer
Wappenschild an der färöischen Gesandtschaft in Kopenhagen

Ab 1035 im Besitz von Norwegen, waren die Inseln seit 1380 durch die dänisch-norwegische Personalunion politisch mit Dänemark verbunden. Nach dem Frieden von Kiel 1814 verblieben sie dann im Königreich Dänemark und sind neben Grönland bis heute ein Teil des Reichs.

Ein hohes Maß an Selbstbestimmung innerhalb des Königreichs ist seit dem Gesetz über die Innere Selbstverwaltung am 31. März 1948 erreicht. Es gibt aber einflussreiche Gruppen, die eine vollständige Lösung von Dänemark anstreben. Das Kräfteverhältnis im färöischen Parteienspektrum zwischen separatistischen Republikanern und pro-dänischen (pragmatisch orientierten) Gruppen ist relativ ausgeglichen. Koalitionen in der färöischen Landesregierung und dem Løgting mit beiden Flügeln sind normal.

Die Färöer sind, anders als Dänemark, nicht Mitglied der EU. Sie entsenden je zwei Abgeordnete in das dänische Folketing und den Nordischen Rat. Mit dem Ålandsdokument von 2007 werden die Färöer, Grönland und Åland gleichberechtigte Mitglieder des Nordischen Rats sein.

Die NATO betreibt bei Mjørkadalur eine Radar-Frühwarnstation, die zu dem Netz der Frühwarnsysteme rund um den nördlichen Polarkreis gehört. Die Färöer haben keine eigene Armee, und die Bürger unterliegen nicht der dänischen Wehrpflicht. Andererseits dienen mehrere Färinger als Berufssoldaten bei den dänischen Streitkräften. Ein junger Färinger ist beispielsweise in der Leibgarde der dänischen Königin beschäftigt.

Die Färöer führen eine eigene Flagge und gelten als Nation innerhalb des Königreichs Dänemark mit eigener Außen- und Sicherheitspolitik seit dem 29. März 2005.

Seit Januar 2002 unterhalten die Färöer eine diplomatische Vertretung in London. Formal ist dies eine Abteilung der dortigen dänischen Botschaft. Der Gesandte der Färöer in London ist gleichzeitig Vertreter bei der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation, einer UN-Institution mit Sitz in London, deren assoziiertes Mitglied die Färöer sind. Seit Oktober 2006 ist der färöische Vertreter in London gleichzeitig beim Außenministerium Irlands akkreditiert und hat somit einen weiteren Sitz in der dänischen Botschaft in Dublin. Seit 2007 haben die Färöer auch eine Gesandtschaft in Reykjavík. Schon vorher besaßen die Färöer eigene Vertretungen in Brüssel bei der EU und in Kopenhagen beim Nordischen Rat. Die Vertretung in Kopenhagen ist in der Nordatlantens Brygge untergebracht, die gemeinsam mit Island und Grönland genutzt wird.

Staatsoberhaupt ist Königin Margrethe II. von Dänemark und Regierungschef der Sozialdemokrat Jóannes Eidesgaard. Der dänische Gesamtstaat wird durch die Reichsombudsschaft auf den Färöern repräsentiert.

Mit dem Vertrag von Fámjin 2005 erhielten die Färöer mehr außenpolitische Kompetenzen im Rahmen der Reichsgemeinschaft mit Dänemark. So wurden sie am 17. November 2007 beratendes Mitglied der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO).

Das Hoyvíker Abkommen (ebenfalls 2005) begründete die Wirtschaftsunion der Färöer mit Island. Später soll auch Grönland beitreten. Bereits seit 1985 sind diese drei Länder im Westnordischen Rat zusammen geschlossen.

Zur Ólavsøka 2005 verkündete Eidesgaard, dass die Färöer der European Free Trade Association (EFTA) beitreten wollen. Einen entsprechenden Antrag will die Autonomieregierung bereits 2006 stellen, wobei fraglich ist, ob Dänemark dem zustimmt. Die EFTA-Mitgliedschaft brächte einige Vorteile in der Fischerei, da ihr auch die Nachbarstaaten Island und Norwegen angehören.

Am 25. Oktober 2007 wurden die sieben färöischen Wahlkreise (nach den sieben Regionen) zu einem einzigen Wahlkreis zusammen gelegt.

Bearbeiten Polizei

Die Færøernes Politi (fär. løgregla) wird vom fúti geleitet, er ist gleichzeitig oberster Staatsanwalt. Die offizielle Amtsbezeichnung des Fúti, der ein dänischer Beamter ist, lautet dän. Landfogeden på Færøerne. Die Polizeibewerber werden auf den Färöer selbst ausgewählt, aber auf der Polizeischule in Kopenhagen ausgebildet.

Bearbeiten Militär

Das Færøernes Kommando (ISCOMFAROES) umfasst die für die autonomen Färöer-Inseln zuständigen dänischen Militäreinheiten. Die Färöer selbst haben keine eigene Armee, ihre Bürger unterliegen nicht der dänischen Wehrpflicht. Leiter von ISCOMFAROES ist Kapitän zur See Christian A. Nørgaard.

Bearbeiten Verwaltungsgliederung

Die 34 färöischen Kommunen seit 1. Januar 2005

Die Färöer gliedern sich derzeit (seit Januar 2005) in 34 Kommunen. Eine weitere Zusammenlegung der Kommunen ist geplant, zum Beispiel die Verschmelzung von Gøta und Leirvík 2007.

Bearbeiten Bürgerinitiativen

Bedeutend ist die färöische Sektion von Amnesty International mit etwa 1.200 Mitgliedern. Sie wurde 1965 gegründet und gehört zu den ältesten Amnesty-Gruppen auf der Welt.

Bearbeiten Infrastruktur

Die transatlantische Luxusfähre Norröna in ihrem Heimathafen Tórshavn. Rechts dahinter die Smyril, die größte Regionalfähre des Landes

1896 wurde mit dem Dampfschiff Smiril der erste Linienverkehr zwischen den färöischen Inseln eingerichtet. 1918 entstand die erste Straße auf den Färöern, die zwei Orte miteinander verband: Skopun und Sandur auf Sandoy.

Wichtigste internationale Drehscheibe der Färöer sind der Hafen von Tórshavn mit der Autofähre Norröna und der Flughafen Vágar mit der einheimischen Fluggesellschaft Atlantic Airways. Beide Verkehrszentren sind seit 2002 durch den Vágartunnel verbunden, der die Fahrtzeit mit dem Auto auf eine Stunde verkürzt.

Der Nationalheld Nólsoyar Páll auf dem alten 50-Kronen-Schein der Färöer. Er baute 1804 das erste eigene, seegängige Schiff der Färöer in der Neuzeit

Als Seefahrtnation verfügen die Färöer über sechs Leuchttürme und eine eigene Fischereiflotte. Die meisten färöischen Schiffe entstammen der heimischen Produktion, und sie führen auf den internationalen Gewässern seit 1940 die Flagge der Färöer. Die Handelsmarine hat 7 Schiffe.

Daneben ist das Färöboot ein Beispiel, wie das Wikingerschiff als kleines seetüchtiges Ruderboot vervollkommnet werden konnte.

Das Straßennetz der Färöer ist beinahe komplett asphaltiert und verbindet seit 2004 alle Regionen, die auf Inseln liegen, wo es mehr als nur einen Ort gibt. Insgesamt wurden bisher 463 Kilometer Landstraße gebaut; die längste ist die Straße 10 und führt von der Hauptstadt Tórshavn auf Streymoy nach Toftir auf Eysturoy. Hinzu kommen etwa 500 Kilometer innerhalb der Ortschaften. Autofähren verbinden diejenigen Inseln, wohin keine Dämme, Brücken oder Tunnel existieren, aber mehrere Orte mit ihrem eigenen Straßennetz liegen. Der 2006 eröffnete Norðoyatunnilin verbindet die Nordinseln mit dem Rest des Landes. Damit haben 85 % der Bevölkerung eine feste Straßenverbindung untereinander.

Beliebt bei den Schafshaltern: Der Pickup als Allround-Fahrzeug

Die größte Regionalfähre ist die Smyril.

2002 waren über 22.000 Kfz auf den Färöern zugelassen, darunter mehr als 16.000 PKW, was ziemlich genau einem PKW pro Haushalt entspricht.

In Tórshavn verkehren Stadtbusse, die an der roten Farbe zu erkennen sind, während die Überlandbusse blau lackiert sind. Wo weder Busse noch Fähren hinfahren, fliegt der Hubschrauber (siehe: Flughafen Vágar). Das Streckennetz der Färöer kann auf der Website des staatlichen Verkehrsunternehmens Strandfaraskip Landsins eingesehen werden.

Bearbeiten Telekommunikation

Die Färöer sind hinter Neuseeland, Island, Schweden und Malta weltweit eines der Länder mit den meisten Internetusern. Etwa 75% der Färinger sind mindestens einmal in der Woche online. [12]

Die rund 17.000 Haushalte auf den Färöern verfügten Ende 2002 über mehr als 11.000 Internetzugänge. Ende 2004 gibt es ca. 24.000 Festnetzanschlüsse und 36.000 Mobiltelefone. Damit haben 80 % aller Einwohner ein Handy.

1905 wurde die erste Telefonleitung auf den Färöern errichtet. 1930 waren alle Orte der Färöer an das Telefonnetz angeschlossen. Nach Suðuroy bestand zunächst allerdings nur eine Funkverbindung mit dem Rest des Landes. 1953 bekam Tórshavn die Selbstwahl, die dann bis 1978 landesweit eingeführt wurde. Ab 1954 existierte eine Funkverbindung mit Dänemark. 1971 folgte das Seekabel zu den Shetland-Inseln. Heute sind die Färöer durch zwei Glasfaserkabel mit der Außenwelt verbunden.

Seit 1998 ist das Telefonnetz vollständig digitalisiert und es existiert ein flächendeckendes GSM-Netz für die Mobiltelefonie.

Siehe auch: Føroya Tele

Bearbeiten Wirtschaft

Wichtige Erwerbszweige sind die Fischerei, die Fischzucht (meist Lachse) und der Tourismus. Ein weiterer Faktor im Export sind die Werften und die Briefmarken des Postverk Føroya. Die Fischereiwirtschaft dominiert mit etwa 95 % Anteil am Exportvolumen. Das CD-Label Tutl und der Wollmodehersteller Sirri sind führend in ihren jeweiligen internationalen Marktnischen.

Der Import betrug 2005 3.912 Millionen Kronen. Die wichtigsten Importnationen sind Dänemark, Norwegen, Spanien und Deutschland. Importwaren sind Rohstoffe, Konsumgüter, Schiffe und Maschinen.

Der Export betrug 3.579 Millionen Kronen. Hier führen Großbritannien, Dänemark, Spanien und Frankreich die Statistik an.

Was die Färöer für sich selbst produzieren können, sind neben der Fischerei nur etwas Landwirtschaft (Schafe, Kartoffeln, usw) und Wasserkraft zur Stromerzeugung. Alles andere muss importiert werden und wird quasi mit dem Fisch bezahlt.

Bearbeiten Fischerei

Aquakultur zur Aufzucht von Lachs vor Vestmanna

Die Fischfangzone der Färöer beträgt 200 Seemeilen. Von hier kommt der größte Anteil des färöischen Fangs. Analog ist die Situation beim Nachbarn Island in seinen Gewässern. Beide Nationen erlauben ausländischen Fischfangflotten nur begrenzte Rechte – mit gegenseitiger Ausnahme Islands und der Färöer.

Im Nordatlantik sind die Färöer die fünftgrößte Fischereination. In der Welt rangieren die Färöer auf Platz 25. 2005 betrug die Fangmenge 580.823 Tonnen.

Jährlich werden über 100.000 Tonnen Fischprodukte verkauft. 2